Richtlinien des Tantramassage-Berufsverbandes

 

 

In unserer Hausbibliothek sind sorgfältig ausgewählte Bücher und DVDs zur Tantramassage bzw. Sexualität mit Kopf und Herz kostenlos ausleihbar. Das empfehle ich Dir herzlichst zum Kennenlernen der Arbeit. Ich behalte mir vor, Massage-Anfragen abzulehnen, die die Richtlinien des Berufsverbandes verletzen.

 

 

 

Auszug aus den Informationen des Berufsverbandes der Tantramasseure

Ein Klick auf die Überschrift bringt dich zur Homepage des Berufsverbandes.

Im nachfolgenden Text, entnommen dem Leitfaden des Berufsverbandes habe ich

ergänzend meine Erklärungen in blauer Schrift hinzugefügt.

 

Was ist tantrisch an den Tantramassagen?

Obwohl Tantra und Tantramassagen nicht als identisch gesehen werden dürfen, lehnen sich Tantramassagen, wie sie vom Tantramassage-Verband gefördert und vertreten werden, an bestimmte geistige Grundhaltungen an, die in allen geschichtlichen, geographischen und weltanschaulichen Ausprägungen von Tantra, sowie in vielen anderen Weisheitstraditionen zu finden sind. Im Folgenden wird gezeigt, welche Haltungen und Inhalte den tantrischen Aspekt der Massage ausdrücken.

Ritual
Der ritualisierte Ablauf in der Tantramassage bewirkt eine Objektivierung des Geschehens. Im Vordergrund steht nicht die individuelle Auswahl und Folge von Griffen, sondern die einmal festgelegte und gültige Struktur, die dem Handeln der Massierenden Autorität verleiht. Nun wie ist hier die "Autorität" zu verstehen? Vielmehr darfst du darauf vertrauen, dass der Masseur /-in während ihrer Ausbildung darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es außerhalb seiner /ihrer eigenen Präfenerzen eine unzählige Menge von möglichen Ausdrucksformen  gibt und sie darin geschult worden sind sie zu respektieren, zu lernen und zu lieben.  Hier liegt der Vergleich mit einer Ikone oder einem Mandala nahe. Beide entstehen nach kanonisierten Herstellungsvorschriften. Diese Vorschriften werden irgendwann festgelegt und es wird immer nach dem gleichen Schema verfahren. Eine Ikone und ein Mandala ist deshalb auch kein freies Kunstwerk. Eine Ikone wird auch nicht mit dem eigenen Namen signiert. Es verleiht dem Ergebnis Wirkung, die jenseits vom individuellen Geschmack oder Ego liegt.

Verehrung
Die Haltung der Tantramassage ist die Verehrung. Der Mensch wird in seinem Frau-Sein, in seinem Mann-Sein verehrt als göttliches Wesen. Diese Grundhaltung manifestiert sich aber u.a. in einer rituellen Form, der es beiden Beteiligten ermöglicht, aus dem Alltagsgeschehen heraus zu treten und in einem festlichen Rahmen den eigenen Körper zu feiern und die eigene Sinnlichkeit in Würde und Schönheit zu erleben.

Dadurch wird ein Gefühl von Angenommen-Sein vermittelt, das die Voraussetzung für den vollen Genuss einer Massage ist, aber durchaus auch heilsam sein kann. Die Verehrung und volle Akzeptanz dessen, was ist – zu dieser Zeit an diesem Ort, schafft echte Begegnung zwischen Masseur/-in und Massagegast. Diese steht im Gegensatz zu Therapie oder Heilungsabsicht (s.u.). Therapie braucht Diagnostik. Der diagnostische Blick ist aber ein objekthafter Blick und hat nicht das Gegenüber, sondern die potenzielle Krankheit im Blick.

Ganzheitlichkeit
Tantrisch wird eine Massage auch durch ihre Ganzheitlichkeit. Sie berührt den ganzen Menschen, sie lässt keinen Körperteil aus. Insbesondere integriert sie die Sexualität und weckt ihre Energie als Lebenskraft. Jede Folge davon, sei es Atem, Stimme oder Bewegung, sei es Ejakulation oder aufsteigende Erschütterung, Tränen …bis hin zur lustvoll-mystischen Erfahrung oder einfach nur ein schlichter Orgasmus – alles ist willkommen und in Ordnung.  

Andererseits ist auch das Ausbleiben einer dieser Folgen, z.B. Ejakulation  (oder Abwesentheit von jeglichen Empfindungen) in Ordnung. Es gibt keinen Leistungsdruck. Das Tantrische in Bezug auf den Orgasmus ist nicht die Unterdrückung der Ejakulation. Die Lenkung der sexuellen Energie dagegen kann erwünscht sein und unterstützt werden. Das Verhältnis der Männer und Frauen zu Ejakulation ist allein deren Sache und wird ebenso respektiert wie alles andere. ( An dieser Stelle merkt man, wie der Verband sich bewusst einem ideologischen Kampf , den die Menschen in zwei Lager entzweit hätte, entzieht, und den Menschen als Ganzes in den Vordergrund stellt. Nicht die Dogmen, sondern eine authenthische Begegnung mit dem Menschen hier und jetzt.)

Transpersonale Begegnung
In einem bewussten Schritt entsteht eine Begegnung von Shiva (männliche Energien) und Shakti (weibliche Energien) – dem Göttlichen im Menschen. Mann und Frau aus dem Alltag mit seinen Projektionen treten zurück. Beide repräsentieren während des Rituals das Göttliche.

Die gesprochenen Verehrungsformeln eröffnen den inneren Massageraum und verwandeln das kommende Geschehen in eine sakrale Handlung. Diese – etwas „theologisch“ anmutende Formulierung bedeutet nichts anderes, als dass die Beteiligten im bewussten Akt der rituellen Begrüßung alle ihre Urteile und Muster hinter sich lassen. Was bleibt ist tiefer Respekt und Wertschätzung. Respekt ist die Haltung, die wir geben und die wir fordern.

Sexualität als Lebenskraft – und als nichts anderes
In unserer westlichen Kultur ist die Sexualität fast immer verknüpft mit anderen Themen: Beziehung, Liebe, Schuld, Scham, Bedürftigkeit, Opfer-Täter, Verachtung, Ehe, Politik usw.

In der tantrischen Massage geht es aber um die sexuelle Kraft an sich. Es ist die Bewegung der sexuellen Energie, die an nichts gebunden ist. Dies ist die Kraft, ohne die es kein Leben gäbe.

Wir vertreten dabei die Haltung, dass die Sexualität nicht instrumentalisiert werden soll. Sie dient nicht als Mittel zum Zweck, quasi als ein Vehikel zur spirituellen Erleuchtung. Uns geht es also nicht um eine „spirituelle Ausbeutung“ der Sexualität. Vielmehr darf sie sein, was sie schon immer war und ist: sinnlich-übersinnlich, lustvoll, ganz sie selbst, vielleicht schon „mit einem Bein drüben“. 

Hier ist der Trailer zum dem Tanramassagefilm von Michaela Riedl von AnanddaWave in Köln. Du kannst diese DVD bei uns in der Hausakedemie kostenlos ausleihen.

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