Der Vollzug 

Quelle: Bert Hellinger "Die Liebe des Geistes: Was zu ihr führt und wie sie gelingt". S. 59

 

"Die Scheue, unser Intimstes beim Namen zu nennen und es in einer Paarbeziehung als Erstes und Nächstes zu wollen, hängt wohl damit zusammen, dass in unserer Kultur der Vollzug der Liebe von Mann zu Frau vielen fast wie etwas Unanständiges und wie unwürdige Notdurft erscheint. Und doch ist es der größmögliche menschliche Vollzug. Kein anderes menchlsches Tun ist mehr im Einklang mit der Ordnung und Fülle des Lebens und nimmt uns umfassender für das Ganze der Welt in Pflicht. Kein anderes menschliches Tun bringt solch selige Lust. Kein anderes menchlisches Tun ist folgenschwerer und risikoreicher, trotzt uns auch das Letzte noch ab und macht uns so wissend und weise und menchlisch und groß, als wenn ein Mann eine Frau und eine Frau einen Mann nimmt und erkennt. Demgegenüber erscheint alles andere menchlische Tun nur als Vorbereitung und Hilfe oder Folge, vielleicht noch als Zugabe, oder aber wie Mangel und Ersatz. 

Der Vollzug der Liebe von Mann und Frau ist zugleich unser demütigste Tun. Nirgendwo sonst geben wir uns solch eine Blöße und offenbaren so schutzlos die Stelle, an der wir am verletzllichsten sind: und nichts schützen wir daher auch mit solch tiefer Schamm als den Ort, an dem Mann und Frau sich liebend begegnen und sich ihr Intimstes zeigen und anvertrauen."

 

 

 

 

Alle glücklichen Familien gleichen einander, 

 

jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“

 

Leo Tolstoi

 

 

 

Was wirkt befreiend? Befreiend wirkt zu wissen, dass es grundsätzlich möglich ist, eine glückliche Sexualität in der Partnerschaft zu haben. Befreiend wirkt zu wissen, dass es sich nicht von alleine einstellen kann, sondern das man bewusst zunächt für die unten beschriebenen Faktoren sorgen muss. Befreiend wirkt auch zu wissen, dass alle Paare mit den gleichen Chancen starten und die gleichen Herausforderungen meistern müssen. Befreiend wirkt zu wissen, dass es zutiefst menschlich ist, eine erfüllende Sexualität zu wünschen und dass die Sexualität sich mit der Persönlichkeitsentwicklung verändert. Befreiend wirkt es zu wissen, dass der Weg zu einer erfüllenden Sexualität durch die Demontierung der in der Gesellschaft verankerten Stereotype führt:

 

- durch Porno aufgedrängte Reduzierung auf die Genitalien, Reibung und Lustjagd

- durch Medien reduzierte, einheitliche, unrealistische Schönheitsideale

- durch Religionen tabuisierte, entspriritualisierte, in die Schmuddelecke gedrängte Sexualität

 

Es wirkt befreiend, in einen offenen authentischen Austausch zwischen den Liebenden zu kommen, der außerhalb solcher Stereotypen, eine natürliche Herzensverbindung zur authentischen (keinen idealen, sondern einer realistischen) Sexualität mit Möglichkeiten und Grenzen herstellt.

 

 

1. Gesprächsabend: Sexuelle Mythen unserer Gesellschaft demontieren. Wir leben und agieren in einem kollektiven Feld. Sind wir uns unbewusst darüber, so entscheiden die im Feld existierenden Stereotypen über unsere Handlungsmöglichkeiten. An diesem Gesprächsabend werden solche kollektiven Stereotypen auf ihre Nützlichkeit hin überprüft und beleuchtet. 

 

Mythus 1. Mythus der Alterung 

Mythus 2: Wenn zwei sich lieben, funktioniert der Sex von ganz allein. 

Mythus 3: Sex muss häufig stattfinden

mythus 4: Sex muss Spaß machen, darf Sex mehr sein?

Mythus 5: Die Sexualität verändert sich nicht

Mythus 6: Es gibt weibliche Sexualität für Frauen und männliche Sexualität für Männer

Mythus 7: Die Sexualität basiert nur auf Gemeinsamkeiten.

 

 

2. Gesprächsabend 

Was sind dann die Bausteine einer erfüllenden Sexualität? 

 

1. Entspannung

2. Sprüren - Kontakt zu sich selbst (Körperwahrnehmung, Gefühlswahrnehmung)

3. Selbstverantwortung , Selbstdifferenzierung

4. authentische Kommunikation

5.  Aufklärung über den realistischen Sex (Demontierung von fremden Vorstellungen und inneren Bildern)

6. Kollaborative Allianz zur Lebendigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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